Kleines Feld, aber sechs Stunden Konzentration und Kampf zum Titel

Nachdem sich für den Austragungsort Neu-Ulm nur drei Teilnehmer gemeldet hatten, wurde die bayerische Meisterschaft im Dreiband am kleinen Tisch kurzfristig nach Kempten verlegt.
Turnierhöchstserie mit 11 Punkten in Folge
Hier füllte Walter Steinberger die Meldeliste für ein ordnungsgemäßes Turnier auf und es gingen somit drei Steinberger Brüder, Dieter, Willi und Walter in den Wettkampf gegen den Neu-Ulmer Billardspieler Franz Kinzl. Der Dreibandspezialist Kinzl hatte sich dadurch einen Namen gemacht, dass er insbesondere im Turnierbillard schon öfter über sich hinaus-gewachsen ist und ausgerechnet Dieter Steinberger so manche empfindliche Niederlage beibringen konnte. In der ersten Runde spielte Dieter gegen Walter, hier setzte sich der Seriensieger und Lokalmatador Dieter deutlich mit 50 zu 21 durch, während Willi parallel dazu 50 zu 29 gegen Franz siegte. Willi gelang in diesem Match die Turnierhöchst-serie mit 11 Punkten in Folge!
Spannung in der 2. Turnierrunde
Spannender verlief danach die 2. Turnierrunde. Franz lag lange Zeit mit Dieter gleichauf und brachte diesen wieder mal durch seine Beharrlichkeit in Schwierigkeiten. Erst spät fand Dieter über den Kampf zu seinem gewohnten Spiel zurück und distanzierte den Neu-Ulmer: 50 zu 39 in 39 Aufnahmen. Am Nebentisch setzte sich Willi mit 50 zu 31 in 36 Aufnahmen durch, man merkte allerdings jetzt bereits, nach einem fulminanten Start, dass es ihm zunehmend schwerer fiel, die Konzentration hochzuhalten.
Dieter und Willi Steinberger spielen um Gold
Die letzte Runde hatte eine deutliche Ansage: Dieter und Willi kämpften um den Titel und Walter und Franz um die verbleibende dritte Medaille. Walter nutzte sofort entschlossen seine Außenseiterchance, ging gleich zu Beginn mit einer Serie von 5 Punkten in Führung, baute kontinuierlich seinen Vorsprung aus und es gelang ihm gleichzeitig dem Kontrahenten gezielt schwere Positionen zu hinterlassen. Bei Franz machte sich jetzt bemerkbar, dass er im Kampf mit Dieter zu viel Kraft liegengelassen hatte und bereits in der Halbzeit war das Match zugunsten von Walter vorentschieden. Das Endergebnis: 43 zu 25 in 40 Aufnahmen. Während dessen verlief das Endspiel um die Goldmedaille deutlich spannender.
Jeder kleine Fehler zählt
Leistungsmäßig ebenbürtig, standen die Brüder unter dem ständigen Druck, dass zum Schluss jeder kleine Fehler entscheidend sein konnte. Der ältere Willi haderte immer mehr damit, dass das Turnier nach gesamt 6 Stunden Spielzeit nicht nur mental, sondern auch körperlich anstrengend war. So lag er zwar bis 20 Aufnahmen deutlich in Führung, musste aber am Ende noch total entkräftet seinen Bruder Dieter an sich vorbeiziehen lassen. 6 Punkte Vorsprung, 43 zu 37 in 40 Aufnahmen, damit Goldmedaille für Dieter Steinberger.
Text und Foto: Walter Steinberger
Redaktion: Christa Chevalier
