Landauer Doppelerfolg bei Dreiband-Krimi in Regensburg
Gold für Wolfgang Zenkner, Silber geht an Christian Bichler

Was für ein unvorhergesehenes Drama am Billardtisch: Bei der Bayerischen Meisterschaft im Dreiband (Großbillard), die im Rahmen des 100-jährigen Vereinsjubiläums beim BC Regensburg ausgetragen wurde, feierte der BC Landau einen historischen Doppelerfolg in einem sehr starken Teilnehmerfeld. In einem an Spannung kaum zu überbietenden Finalshowdown sicherte sich Wolfgang Zenkner den Meistertitel – denkbar knapp vor seinem punktgleichen Mannschaftskameraden Christian Bichler.
Bichler dominiert das Turnier bis zum internen Vereinsduell
Zwei Tage lang sah alles nach einem triumphalen Durchmarsch für Christian Bichler aus. Der Landauer spielte ein überragendes Turnier, lag von der ersten Spielrunde an ununterbrochen an der Tabellenspitze und zeigte über zwei Tage hinweg mit einem starken Gesamtdurchschnitt (GD) von 0,968 seine persönliche Bestleistung. Bis zur vorletzten Begegnung war Bichler als einziger Akteur des gesamten Feldes komplett ungeschlagen.
In Runde sechs kam es zum vorentscheidenden, vereinsinternen Duell mit Wolfgang Zenkner. Bichler hatte den Matchball zur vorzeitigen Meisterschaft bereits auf dem Queue: Kurz vor dem Ende der Partie stand es packend 36:36. Doch Zenkner bewies Nerven aus Stahl und stieß das Match mit einer fulminanten Vierer-Serie zum 40:36 aus. Bichler konnte im Nachstoß nur noch einen Punkt zum 37:40-Endstand retten. Ein Sieg an dieser Stelle hätte Bichler bereits den vorzeitigen Titel beschert.
Nervenkrieg in der Finalrunde spielt Zenkner in die Karten
Die abschließende Runde entwickelte sich zu einem echten Krimi mit verteilten Rollen. Christian Bichler traf im direkten Finale auf den Erlanger Marcel Back. Die Ausgangslage war glasklar: Wer dieses Match gewinnt, ist Bayerischer Meister. In einem nervenaufreibenden Abnutzungskampf schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts und trennten sich am Ende mit einem hochdramatischen 40:40-Remis.
Dieses Unentschieden öffnete das Tor für Wolfgang Zenkner. In seiner Abschlusspartie gegen den Erlanger Andreas Schenkel behielt Zenkner die Nerven, fuhr einen souveränen Sieg in nur 33 Aufnahmen ein und holte damit die nötigen Punkte auf.
Hauchdünnes Rechenspiel um Gold und Silber
Am Ende des Turniers wies die Tabelle eine kuriose und hochdramatische Konstellation auf. Die beiden Landauer Teamkollegen Zenkner und Bichler standen mit jeweils 10 Matchpunkten absolut gleichauf an der Spitze. Lediglich der um winzige zwei Hundertstel bessere Gesamtdurchschnitt von 0,988 GD, den sich Zenkner durch seine starke 33-Aufnahmen-Schlusspartie im letzten Moment erarbeitet hatte, entschied über Gold. Bichler musste sich trotz einer Turnierbestleistung von 0,968 GD mit Silber begnügen.
Die tragische Figur des Wochenendes war der Erlanger Marcel Back der mit zwei Niederlagen gestartet war: Er spielte mit herausragenden 1,14 GD den mit Abstand besten Turnierdurchschnitt des gesamten Feldes, musste sich wegen des Remis im Finale aber mit 9 Matchpunkten auf dem dritten Platz einreihen.
Krönung einer historischen Vereinssaison
Trotz der verpassten Einzel-Goldmedaille zeigte sich der zweitplatzierte Christian Bichler nach dem Turnier überglücklich über die absolute Dominanz seines Vereins. Das Turnier in Regensburg setzte der bisherigen Traumsaison der Landauer endgültig die Krone auf:
„Nach dem Meistertitel mit der Mannschaft in der 2. Bundesliga und dem Aufstieg in die 1. Bundesliga war dies ein krönender Saisonabschluss für uns, bei dem wir wieder unsere starke Form bewiesen haben“, freute sich Bichler stellvertretend für das erfolgreiche Duo.
Mit dem bayerischen Doppelerfolg im Rücken blickt die Landauer Dreiband-Elite nun bestens gerüstet auf die kommende Herausforderung im deutschen Oberhaus.
Text und Foto: Christian Bichler Redaktion: Christa Chevalier
